Baden-Powell, Olave, Mädchenname Olave St. Claire Soames: Seit 1912 die Ehefrau von →Baden-Powell, Robert. Aus dieser Verbindung gingen drei Kinder hervor. 1916 übernahm Olave Baden-Powell die →Girl Guides. Zeit ihres Lebens widmete sich Olave B.P. der Pfadfinderei. Sie starb am 19. Juni 1977 in England. Ihre Asche wurde neben ihrem Mann in Kenia begraben.

Baden-Powell, Robert, auch Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, 1. Baron Baden-Powell of Gilwell: Diesem Herren mit dem imposanten Namen haben wir unsere Existenz als Pfadfinder zu verdanken. Er wurde am 22. Februar in London geboren. Sein Grundsatz lautete →„Learning by doing“. 1899 erschienen seine Bücher für Offiziere unter dem Namen „Aids for Scouting“.

Im Juli 1899 wurde er im →Burenkrieg nach →Mafeking versetzt. Dort verteidigte →“Der Wolf, der nie schläft“ die Stadt nicht durch Gewalt, sondern durch List. Er setzte Jungen als Meldeläufer, Sanitäter und für Spähtrupps ein. Der Umstand, dass Kinder an einem Krieg beteiligt und zu Kriegszwecken benutzt wurden, löst bis heute Kontroversen unter den Pfadfindern aus.

Baden-Powell (B.P.) stellte dabei fest, dass nützliche Fähigkeiten am besten durchs Spiel zu erlernen sind. 1901 kehrte er nach England zurück, 1907 fand das erste Pfadfinderlager auf →Brownsea Island statt. In diesem Jahr schrieb er auch sein Buch →„Scouting for boys“, welches als Serie in der Jugendzeitung „The Scout“ erschien. 1909 wurde er zum Ritter →St.Georg (Schutzpatron der Pfadfinder) ernannt.

1912 heiratete er die 22jährige →Olave St. Claire, welche 1916 die →Girl Guides übernimmt. 1919 bekamen die Pfadfinder den →Gilwell-Park als Ausbildungsstätte geschenkt. 1920 fand das erste Pfadfindertreffen (→Jamboree) in London statt. Es waren 8.000 Pfadfinder aus 27 Ländern dort. 1922 entstand ein zwölfköpfiges Komitee. Zu dieser Zeit gab es eine Million Mitglieder in 32 Ländern. 1929 wurde B.P. geadelt und zum Lord ernannt. Sein letztes großes Auftreten war auf dem Jamboree in Holland, wo er sich offiziell verabschiedete. In seinem 83. Lebensjahr verfasste er einen Abschiedsbrief an alle Mitglieder:

„…Seid zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Versucht, jeder Seite etwas Gutes abzugewinnen. Das eigentliche Glück liegt darin, andere glücklich zu machen. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt. Seid in diesem Sinne: ALLZEIT BEREIT!“

Er starb am 28. Januar 1941 im Alter von 83 Jahren. Er wurde auf dem Friedhof in Nyeri in Kenia beigesetzt.

 

Blase am Fuß, die: Die Blase am Fuß ist während einer →Wanderung ähnlich erwünscht wie ein →Wolf oder ein gerissener Riemen am →Rucksack: So eine Blase braucht aber kein Mensch. Wie aber verhindern? Manche schwören auf →Nylondamensocken, andere auf Pipi in den →Wanderschuhen. Letzten Endes hat aber noch kein Wanderer DAS Mittel gegen Blasen gefunden. Als der Verfasser dieses Textes vor langer Zeit einmal eine fünftägige Wanderung unternahm, hatten all die, die gutes und stabiles Schuhwerk an den Füßen trugen, größte Probleme. Nur zwei aus der Wandergruppe waren beschwerdefrei – und das waren diejenigen, die mit vollkommen zerlatschten Joggingschuhen unterwegs waren. Wie man es auch anstellt: Was heute gilt, kann schon morgen vollkommen verkehrt sein. Vollkommen richtig sind aber zwei Tipps: Niemals unterwegs die Füße in erfrischend kaltes Wasser stecken, auch wenn es noch so lockt! Das weicht die Haut auf und beim anschließenden Wandern bekommst Du garantiert Blasen. Und: Niemals bei einer Rast die Schuhe ausziehen! Dann schwellen die Füße an und du kommst ggf. nicht mehr in die Schuhe – und falls doch, hast du große Probleme beim Laufen. Dennoch: Ein mehrtägiger →Hajk ist eine grandiose Erfahrung, die man nie mehr vergisst – ob nun mit oder ohne Blasen.

Brownsea Island: Es begab sich aber 1907, als →Robert Baden-Powell beschloss, vom Hafen der englischen Stadt Pool zur Insel Brownsea Island zu rudern. Zusammen mit 22 Jungen wurde dort das erste Pfadfinderlager überhaupt veranstaltet.

Bundeslied, das: Das Bundeslied wird am Ende von Zusammenkünften wie →Sippenstunden, dem Abschluss eines →Lagers oder nach →Aufnahmen gesungen und symbolisiert den Zusammenhalt des →Bundes. Dazu stellen sich die →Pfadfinder in einen Kreis, kreuzen die Arme vor sich, halten sich an den Händen und singen:

„Allzeit bereit, den kurzen Spruch als Losung ich erkor, ihn schreib ich in mein Lebensbuch, ihn halt ich stets mir vor. Das gibt dem Leben Zweck und Ziel, gibt Mut und Heiterkeit, zu heilgem Ernst, zu frohem Spiel allzeit, allzeit bereit.

Allzeit bereit, dem zu entfliehn, was mir das Herz befleckt, nichts Schlechtes soll mich abwärts ziehn, hoch ist mein Ziel gesteckt. Gott zum lebendgen Eigentum sei Leib und Seel geweiht. Zu seines Namens Ehr und Ruhm allzeit, allzeit bereit!

Allzeit bereit! Wahr sei der Mund, unwandelbar die Treu, rein sei das Herz, fest sei der Bund, der Wandel ohne Scheu. Oh, hilf mir Gott, du starker Hort, dass ich kann jederzeit erfüllen treu das Losungswort: Allzeit, allzeit bereit!“

Anschließend sagt der →Pfadi mit dem höchsten Amt im Kreis „Christliche Pfadfinder, seid bereit“, worauf alle anderen „Allzeit bereit!“ antworten und den →Pfadfindergruß zeigen. Jeder →Pfadfinder kann das Bundeslied auswendig; das geht auch gar nicht anders, weil sich ja alle an den Händen halten und somit ein Liederzettel in der Hand keinen Platz mehr hat. Und deshalb hat das Bundeslied auch keine instrumentale Begleitung.