Handwerkzeug für Andachten und Bibelarbeiten

 

Vorwort

Eine kleine Geschichte:

Klaus war seit vielen Jahren Pfadfinder und hat vor kurzem eine eigene Sippe eröffnet.

 Die Sippenarbeit macht Klaus immer viel Spaß, da er den Leuten viel von dem beibringen kann, was er selber bei den Pfadis erlebt und gelernt hatte. Klaus hat aber auch so seine Probleme. Von Anfang an wollte es einfach nicht so richtig mit der christlichen Arbeit (C-Arbeit) klappen.

 Die Abschlußrunden wurden immer mehr zu einem Krampf. Jede Woche hält Klaus eine Andacht, jede Woche hören ihm weniger Leute zu. Aber das geht ja noch! Beim Thema Bibelarbeiten ist es ganz vorbei. Allein die Ankündigung, daß nächstes Mal eine Bibelarbeit dran ist, reicht aus, um beim nächsten Mal nur wenige Sipplinge vorzufinden. Das hat zwar auch seine Vorteile (so schafft es Klaus wenigstens, für Ruhe zu sorgen), im großen und ganzen sind aber selbst die wenigen (und Klaus!!!) immer sehr froh, wenn alles gelaufen ist.

 
Klaus denkt viel über dieses Problem nach, denn schließlich sollte es seine Hauptaufgabe sein, über den Weg der Pfadfinderpraxis den Leuten den Glauben zu vermitteln.

Wie soll es gehen, wo Klaus doch selber als Sippling nur sehr wenige Anregungen zu Thema C-Arbeit erhalten hat?

Ich glaube, so ganz aus der Luft gegriffen ist dieses Problem nicht. Immer wieder mußte ich erfahren, daß viele Pfadis zwar an Gott glauben, dieses aber nicht weitergeben können, weil ihnen einfach das Handwerkszeug fehlt. Nichts ist schlimmer als lange, langweilige und eintönige Bibelarbeiten und Andachten.

In diesem kleinem Büchlein habe ich einmal die Möglichkeiten aufgezeigt, die ich bei den Pfadis zu diesem Thema erlebt habe. Natürlich kann diese Sammlung nicht annähernd komplett sein, dennoch denke ich, daß diese Sammlung von „Werkzeugen“ dem einen oder anderen sehr hilfreich sein kann. Und ist es erst einmal vollbracht, daß sich die C-Arbeit als fester und wichtiger Bestandteil in der Sippenarbeit etabliert hat, dann läuft der Rest von ganz allein.

Im Vorfeld sollte jedem klar sein, daß man gerade in der C-Arbeit nur das rüberbringen kann, was man selber denkt. Mit anderen Worten: Wer nicht an Gott glaubt, sollte erst einmal seinen eigenen Weg suchen und es sein lassen, den anderen Leuten etwas vorzugaukeln.

Ich wünsche mir, daß Dir dieses kleine Büchlein gefällt und Dir eine Hilfe ist.

Nun also ran!!

Gut Pfad


Inhaltsverzeichnis

 

1. Grundsätzliches für die C-Arbeit

2. Andachten

2.1.      Umsetzung von Missständen im eigenen Kreis

2.2.      Umsetzung von aktuellen politischen oder sozialen Problemen

2.3.      Verkündigung des Glaubens

2.4.      Verkündigung des eigenen Glaubens

2.5.      Andacht, jeder für sich

2.6.      Zusammenfassung

3. Bibelarbeiten

3.1.      Grundsätzliches zur Bibelarbeit

3.2.      Bibelarbeit wie immer

3.3.      Bibelarbeit anhand einer Bildmeditation

3.4.      Bibelarbeit anhand eines Rollenspieles

3.5.      Stille Bibelarbeit

3.6.      Bibelarbeit als Spiel

3.7.      Nachspielen von Bibelstellen

3.8.      Bibelarbeit einmal ohne Teamwork

3.9.      Bibelarbeit als Quiz

3.10.    Bibelarbeit Kreativ

4. Anhang/weiterführende Literatur

1. Grundsätzliches für die C-Arbeit

 

Alle nun folgenden Beispiele sind für die Altersstufe der Knappen erarbeitet.

 

Solltest Du einmal etwas für jüngere Pfadis oder Wölflinge vorbereiten wollen, gehe wie folgt vor:

 

Lese so wenig wie nur irgend möglich vor, sondern erzähle die Textstellen frei. Wähle möglichst Textstellen der Bibel, die für Phantasie sorgen, z. B. Heilgeschichten des Neuen Testamentes. Male die Geschichten ruhig schön aus, so dass sich ein Spannungsbogen aufbaut. Das ist natürlich sehr viel schwerer als eine Textstelle der Bibel vorzulesen, dafür erreichst Du aber Dein „Publikum“.

 

Solltest Du eine Textstelle verwenden, die nicht in der Bibel steht (ungebundene Form) gilt auch hier das Gleiche. Außerdem solltest Du darauf achten, daß Dein „Vortrag“ nicht zu lang gerät. Es gilt nicht nur bei Jüngeren, aber gerade hier: Fasse Dich kurz. Außerdem mußt Du unbedingt Phasen schaffen, bei denen die Kinder abschalten können. Hierfür eignen sich besonders gut Spiele (die vielleicht zum Thema passen).

 

Solltest Du einmal in die Verlegenheit geraten, etwas für ältere Pfadis vorbereiten zu müssen (oder besser wollen), dann gehe wie folgt vor:

Du brauchst sehr viel Gefühl für Deine Gruppe, denn das Alter sagt gerade bei älteren Pfadis nicht unbedingt immer etwas über Ihre Kenntnisse in der Bibel und über ihren „Spieltrieb“ aus. Grundsätzlich solltest Du aber die Fähigkeit erwarten können, daß Deine Gruppe über einen längeren Zeitraum aufnahmefähiger ist, als es bei Wölflingen der Fall ist. Also: Du könntest meine Vorschläge auch bei Älteren durch verschiedene Spiele ausschmücken. Du könntest auch davon ausgehen, daß Ältere lieber diskutieren und dann auf Spiele verzichten. Dein Gefühl ist also gefragt.


Ich lege bei Andachten und Bibelarbeiten größten Wert darauf, dass der, der sie vorträgt (also Du), glaubwürdig ist. Das setzt voraus, dass Du

 

a)   genau weißt, zu welchem Thema Du was sagen willst (das Thema muß Dich interessieren und berühren) und

 

b)  Du dieses Thema so rüberbringst, wie Du bist (also keine gekünzelte Sprache, keine verstellte Mimik beim Vortragen. Man spricht hier von der „Übermittlung kongruenter Nachrichten“).

 

Auch solltest Du Dir immer viel Zeit und Ruhe nehmen, wenn Du etwas vorbereiten willst. Ein kleines Gebet um Ruhe und klare Gedanken, bevor Du anfängst Deine Gedanken aufzuschreiben, kann mit Sicherheit sehr hilfreich sein. Auch solltest Du beim Vortragen darauf achten, dass das Umfeld ruhig ist (z. B. in einer leeren Kirche) und dass Du langsam, ruhig und nicht zu leise sprichst.

 

Auch auf eine andere Sache soll an dieser Stelle noch hingewiesen werden:

 

Ich unterscheide grundsätzlich zwei verschiedene Richtungen von Bibelarbeiten und Andachten. Bei der ersten Richtung, die ich mal als „gebundene Richtung“ bezeichnen will, werden die Bibelarbeiten und Andachten anhand von Texten aus der Bibel aufgebaut. Bei der zweiten Richtung, der „ungebundenen“, werden schlichtweg andere Texte genommen. Das können Texte von Schriftstellern usw. sein.

 

Die gebundenen Bibelarbeiten scheinen Dir auf den ersten Blick vielleicht schwieriger, dennoch bevorzuge ich sie. Denn nur hier kann man die Bibel kennenlernen und vermeiden, dass man etwas verkündet, was Gott gar nicht gesagt hat. Allerdings muß ich auch zugeben, dass gerade unter Berücksichtigung der kongruenten Nachricht oftmals die ungebundenen Bibelarbeiten und Andachten besser rüberkommen.

 

Ein Beispiel:

 

Du bist Sippenleiter und Dir ist aufgefallen, dass einer Deiner Sipplinge den anderen immer ihre Fehler vorhält. Dir und Deiner Sippe geht dieses Verhalten auf die Nerven.

 

Du beschließt, bevor die Sache zu einem Streit gerät, am Ende der nächsten Sippenstunde eine Andacht zu halten, um Deinem Sippling einen Spiegel vorzuhalten (ähnlich wie das Prinzip einer Fabel). Du entscheidest Dich dafür, einen Dir bekannten Text aus der Bibel zu nehmen und verwendest Matthäus 7, 1-6 (nicht verurteilen: „Warum kümmerst Du Dich um den Splitter im Auge deines Bruders…“).

 

Du trägst diesen Text am Ende der Sippenstunde vor und legst ihn etwas aus. Bei der Auslegung spielst Du leicht auf das Verhalten Deines Sipplings an. Wichtig wäre in diesen Fall, niemanden direkt zu erwähnen oder zu deutlich auf eine Person hinzuweisen. Jeder soll sich an die eigene Nase fassen.

 

Du schließt mit einer offenen Gebetsrunde ab (siehe 3.3. Gruppengebet). Weil dich der Fall selber berührt hat, dürfte es Dir nicht schwer fallen, glaubwürdig die Andacht rüberzubringen.

 

Da Du einen Text aus der Bibel gewählt hast, zwingst Du Deine Zuhörer zum Nachdenken über die Bibel und über Ihr Verhalten.

 

Das verstehe ich unter einer kongruenten, gebundenen Andacht.

 

 

 

 

 

 

2. Andachten

 

2.1. Umsetzung von Mißständen im eigenen Kreis

 

Als erstes Beispiel soll uns der eben geschilderte Fall dienen. Dir fällt ein Missstand in Deinem Umfeld auf. Du suchst Dir einen Text und baust Deine Andacht darauf auf. In der Auslegung spielst Du leicht auf den Missstand an.

 

Zu dieser Vorgehensweise ein anderes Beispiel:

 

Dir ist aufgefallen, daß es in Deiner Sippe fast kein Gottvertrauen gibt. Dieser Zustand stört Dich sehr. Du suchst Dir die Stelle aus dem Matthäus-Evangelium, an der Jesus Petrus auffordert, ihm zu vertrauen und ihm auf dem Wasser entgegenzugehen (Matthäus 14, 29-32).

Bei der Auslegung dieses Textes spielst Du auf eine Situation während der letzten Sippenfahrt an, in der Dir besonders bewusst wurde, wie schlecht das Gottvertrauen in Eurer Sippe ist.

 

Im Abschlußgebet vor dem Vater unser bittest Du Gott darum, Euch zu helfen, ihm zu vertrauen.

 

Auf genau diese Art und Weise kannst Du natürlich auch hervorragende Bibelarbeiten aufbauen.

 

 

Wo findest Du nun zu Deinem Problem die passenden Texte ?

 

Als erstes möchte ich Dir an dieser Stelle raten, Dir einmal in Ruhe zumindest ein Evangelium (z. B. Matthäus ??) durchzulesen und Dir alle besonders interessanten Stellen mit einem Textmarker anzustreichen. Wenn Du dann später einmal Deine Bibel durchblätterst, kommen Dir auf jeden Fall schon einmal ein paar gute Ideen.

 

Als zweites möchte ich Dir zur Vorbereitung dieser Art von Andachten raten, zu Deiner Bibel die passende Konkordanz (siehe 4.3. Anhang), (also z. B. die Lutherkonkordanz zur Lutherbibel) zur Textsuche zu benutzen. Nun dürfte das Finden von geeigneten Texten eigentlich kein Problem mehr sein.

 

2.2. Umsetzung von aktuellen politischen oder sozialen Problemen

 

Das gleiche Spiel kannst Du natürlich auch mit aktuellen politischen und sozialen Problemen der Gesellschaft machen, wenn Du die Andacht in Älterenkreisen durchführst. Ganz, ganz wichtig dabei erscheint mir aber, daß Du besonders in diesem Fall darauf achtest, dass

 

a)      alle Anwesenden ein gewisses Alter erreicht haben, um sich eine eigene Meinung bilden zu können und

 

b)      Du Gottes Wort nicht missbrauchst, um Stimmung für oder gegen etwas zu machen.

 

Auf ein konkretes Beispiel möchte ich an dieser Stelle aus den eben angeführten Gründen verzichten. Die Vorgehensweise wäre aber die gleiche wie unter den Abschnitt 2.1.

 

Auf genau diese Art und Weise kannst Du natürlich auch hervorragende Bibelarbeiten aufbauen.


2.3. Verkündigung des Glaubens

 

Bei der Verkündigung in diesem Sinne geht es darum, das Wirken von Gott Deinen Zuhörern nahezubringen. Für mich stellt diese Art von Andacht eine sehr schöne Art dar, den Glauben zu verbreiten und zu festigen.

 

Du solltest gerade bei der Stufe der Knappen darauf achten, nicht immer die gleichen Texte zu nehmen. (Das sieht natürlich anders aus, wenn alle keine (!) Erfahrung in Sachen biblischer Geschichte haben).

 

Neben den bekannten Geschichten im Alten und im Neuen Testamt zu den Festtagen und anderen, immer aktuellen Anlässen, wie z. B. die Zehn Gebote (eine Übersicht findest Du in den meisten Bibeln vorne unter „Wo finde ich was“ oder so ähnlich), bietet sich gerade bei der „reinen“ Verkündigung neben der gebundenen auch die ungebundene Methode an.

 

 

Hier ein konkretes Beispiel:

 

Hallo!

Kennst Du Herrn G.?

Bestimmt!

Sicher ist er Dir schon öfter begegnet, und vielleicht hast Du auch schon einmal ein paar Worte mit Ihm gewechselt.

Mit Sicherheit kennt Herr G. aber Dich.

Er verfügt über eine hervorragende Menschenkenntnis.

Das ist sozusagen sein Beruf.

Eine Mischung aus Sozialpädagoge und Psychologe

— also im eigentlichen Sinne meine ich –.

Er ist sehr einfühlsam und verständnisvoll,

außerdem kann er sehr gut zuhören.

Es gibt wohl kein Problem, daß bei ihm nicht am besten aufgehoben wäre.

Schade nur, dass die wenigsten mit ihm etwas zu tun haben wollen, obwohl sie gerade so jemanden wie ihn dringend brauchen.

Schade auch, daß viele ihn für altmodisch und verknöchert halten.

Und manche trauen im gar nichts zu und andere behaupten einfach, es würde ihn gar nicht geben.

Nur gut, dass Herr G. sich dadurch nicht beirren läßt.

Er ist sehr geduldig, manchmal auch wohl traurig.

Aber er gibt niemals auf, die Menschen zu lieben.

Das ist eben Herr G.

Kennst Du Herrn G.?

Wenn nicht, mußt Du es unbedingt nachholen.

Du findest ihn im Adressbuch unter G wie Gott.

 

Auslegung:

 

Gott ist für uns Menschen mehr als nur ein (toter?) Gegenstand. Gott selber will mit uns leben, will uns helfen und immer bei uns sein. Viele Menschen leugnen die Existenz von Gott oder wollen einfach nichts mit ihm zu tun haben. Diese Menschen tun mir sehr leid, da sie den besten Freund, den sie haben, einfach nicht begrüßen.

 

Gebet:

 

Herr, wir danken dir für deine Nähe. Hilf uns, auf deinen Weg zu bleiben und dich wahrzunehmen. Sei du bei uns, all unseren Freunden und auch Feinden. Herr, segne unsere Gruppe. Und alles, das wir dir in diesem Gebet nicht gesagt haben, möchten wir dir sagen in dem Gebet, das du uns gegeben hast. Vater unser… .

 

Natürlich wäre „so eine Sache“ auch sehr gut für eine Bibelarbeit zu gebrauchen.


2.4. Verkündigung des eigenen Glaubens

 

Bei dieser Art der Verkündigung redest Du über Deinen Glauben. Für viele beutetet diese Art die Essenz aller Arten der Verkündigung. Ganz so weit würde ich nun auch wieder nicht gehen. Mit Sicherheit stellt diese Art der Verkündigung aber eine sehr glaubwürdige und dadurch überzeugende Art der Verkündigung dar.

 

Aber Achtung: Dein Glaube muß nicht der wahre Glaube und schon gar nicht der allein gültige Glaube für alle sein. Ich halte nichts davon, jüngeren Menschen eine fremde Meinung aufzuzwingen und halte dieses sogar für sträflich. Ich denke, da ist die Methodik gefragt.

 

Wenn Du über Deinen Glauben redest, dann tue auch nur dieses. Schwenke nicht in die Allgemeinheit um, unterlasse Übertreibungen und passe Deine Andacht dem Alter Deiner Zuhörer an. Du siehst, diese Art der Andacht erfordert sehr viel Gewissenhaftigkeit und Gefühl.

 

Da es an dieser Stelle nichts bringen würde, wenn ich Dir eine (meine) persönliche Andacht ausarbeiten würde, hier nur eine „Ansatzmöglichkeit“:

 

Du liest den Text aus Lukas 5, 1-11 vor.

 

Der Fischzug des Petrus

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so daß sie fast sanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfaßt und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

 

Danach erzählst Du, wie Du zum Glauben gekommen bist. Weise darauf hin, daß es natürlich etliche andere Möglichkeiten gibt, zum Glauben zu finden.

 

Auch hier würde sich prima eine Bibelarbeit anbieten.

 

 

2.5. Andacht: Jeder für sich

 

Bei dieser Art der Andacht geht es darum, daß sich jeder für sich Gedanken macht. Dies sollte zwar bei jeder Andacht der Fall sein, dennoch sieht man immer wieder in den Gesichtern der Anwesenden gähnende Langeweile. Folgende Vorgehensweise hat sich gerade bei mehrtägigen Lagern im Haus (also meist Winterlager) bewährt:

 

Nachdem Du weißt, wieviele Pfadis mitfahren, besorgst Du für jeden ein Buch. Für die jüngeren Lagerteilnehmer bietet sich das Buch „Der gute Start“ an. Für die älteren Pfadis habe ich gute Erfahrungen mit dem Buch „Termine mit Gott“ gemacht. Beide Bücher sind recht günstig und sind ähnlich aufgebaut wie eine Losung (siehe Anhang).

 

„Termine mit Gott“ umfasst immer ein ganzes Jahr. Zu jedem Tag im Jahr hält dieses Buch einen Spruch aus der Bibel parat, die auch oft aufeinander aufbauen. Der Bibelspruch wird dann recht kurz und einfach ausgelegt.

 

Das Buch für die Jüngeren umfaßt zwar nur ¼ Jahr, dafür sind die Texte aus der Bibel zu jedem Tag sehr nett ausgelegt. Oft finden sich in diesem Zusammenhang auch kleine Rätsel oder ähnliches an. Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:

 

(Beispiel anhand eines mehrtägigen Winterlagers im Haus mit vornehmlich jüngeren Teilnehmern)

 

In der Planungsphase für das Lager besorgst Du Dir von jeder Ausgabe je ein Exemplar. Du wirst nun merken, dass sich die Texte (Bibelstellen) von beiden Büchern unterscheiden. Arbeite diese Texte durch, damit Du weißt, worum es geht.

 

Bereite die Tagestexte (Bibelsprüche) aus dem Buch der jüngeren Teilnehmer (Der gute Start) als Bibeltext für die Abendandacht vor.

 

Also: Wenn z. B. am 1. Januar im Buch der Jüngeren der Text 1. Petrus 2, 21-25 behandelt wird, dann ist genau dieser Text auch die Bibelstelle für die Abendandacht. Bereite nun für jeden Tag eine Abendandacht mit den vorgegebenen Texten vor (oder lasse andere vorbereiten!).

Vor dem Lager bestellst Du für jeden Teilnehmer entweder „Termine mit Gott“ (Ältere) oder „Der gute Start“ (Jüngere). Am ersten Lagertag übergibst Du jedem sein Exemplar (das er nach der Fahrt behalten darf) und erklärst in der „Großen Lagerrunde“, wie die Andachten gehandhabt werden:

 

Jeden Morgen treffen sich alle zum Frühstück. Nachdem ein gemeinsames Lied gesungen wurde, begibt sich jeder auf seinen Schlafplatz zurück. Nun soll jeder seinen Tagestext durchlesen (jeder benötigt zusätzlich eine [seine] Bibel) und darüber nachdenken (die jüngeren Pfadis müssen manchmal auch eine Aufgabe lösen). In jedem Fall herrscht absolute Ruhe (dafür muß Du unbedingt sorgen). Bei den jüngeren Pfadis sollte jemand nach 5-10 min. vorbeischauen und eventuelle Fragen klären. Alles in allem kannst Du 10-15 min. für die Zeit der Ruhe veranschlagen. Nach dieser Zeit treffen sich alle wieder ruhig zur Runde zusammen. Nach einem Gebet findet das Frühstück statt.

 

Jeden Abend wird die Andacht zu dem Text der Jüngeren gehalten. So können sich „die Kleinen“ alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Schön wäre es, wenn diese Andacht wirklich „kindgerecht“ (also frei erzählt und von einer schönen Geschichte begleitet) dargeboten wird.

 

Sollten die Älteren noch Lust verspüren, über Ihren Text (der ja nun ein anderer war) zu reden, so kann dieses ja nach der Lagerleiterrunde geschehen.

 

Ich habe diese Art der Andacht bis jetzt zweimal bei uns im Stamm durchgeführt und muß sagen, daß es sehr angenehm und intensiv war. Probiert es doch einfach einmal aus.

 

2.6. Zusammenfassung des Abschnittes 2

 

Bereite Deine Andacht in Ruhe vor. Schaffe Dir eine eigene Quelle für Texte (Andachtsbuch; Bibel mit eigenen, markierten Stellen; Konkordanz (siehe Anhang); Pfadfindergesetz; lose Schriften usw.) Schreibe nichts, mit dem Du Dich nicht identifizieren kannst. Fasse Dich kurz. Wähle eine Sprache, die alle in Deinem Umfeld verstehen.

 

Sorge dafür, daß Du Deine Andacht in Ruhe vortragen kannst (wenig Ablenkungsmöglichkeiten, z. B. in der leeren Kirche). Lese/erzähle langsam. Gib allen die Möglichkeit, im nachhinein mit Dir über Deine Andacht zu sprechen. Habe immer eine Andacht in petto, falls jemand anderes aus Deiner Sippe seine Andacht einmal vergisst.

 

Dies alles stellt nur eine sehr grobe Auflistung von Andachtsmöglichkeiten dar. Sicherlich fallen Dir beim Selbermachen viele andere Möglichkeiten auf. Also: Learning by doing !

 

 

 

3. Bibelarbeiten

 

3.1. Grundsätzliches zu Bibelarbeiten

 

Alles, was ich zum Thema „Andachten für Ältere“ gesagt habe, gilt natürlich ausnahmslos auch hier. Allerdings müssen bei einer Bibelarbeit noch mehrere Dinge beachtet werden:

 

 

Bereite eine Bibelarbeit immer selber vor (so machst Du Dir viel mehr Gedanken um den Text und wirkst glaubwürdiger, wenn Du etwas auf Deine eigene Art und Weise vorträgst.) Bekommst Du eine fertige Bibelarbeit, dann überarbeite sie. Denke dabei immer daran, mit wem Du sie durchführen willst (Grundwissen, Diskussionsbereitschaft usw.). Achte bei der Gruppe darauf, dass möglichst alle Teilnehmer in etwa „gleich“ sind (in etwa gleiches Alter, gleiches Wissen usw.)

 

Die Gruppe sollte i.d.R. nicht mehr als acht Teilnehmer umfassen. Sorge schon im Vorfeld dafür, daß ihr ungestört arbeiten könnt. Leite eine Bibelarbeit immer mit einem kurzen Gebet ein (mögliches Thema: Danke fürs Treffen, Bitte um Ruhe und Auffassungsvermögen). Schön wäre es auch, ein Lied zu singen.

 

Zum Umgang mit einer Diskussionsgruppe:

 

Sollte eine Diskussion Bestandteil Deiner Bibelarbeit sein, sorge dafür, daß ihr nicht zu weit vom Thema abkommt. Sollte keine lebhafte Diskussion entstehen (obwohl Du Dir diese erwünscht hast) wirf selber Provokationen in die Runde (z. B. „Wenn es Gott gibt, warum gibt es dann immer noch Kriege auf der Erde?“ oder „Gott sieht es gerne, wenn Menschen leiden“ usw.). Eine andere gute Möglichkeit ist, die Runde zu einer Frage nicht allgemein, sondern einzelne Teilnehmer gezielt anzusprechen, z. B. „Jürgen, wie hättest Du dich verhalten?“ Allerdings solltest Du auf diese Art und Weise natürlich auch niemanden bedrängen. Lasse die Bibelarbeit immer langsam ausklingen. Eine Abschlussgebetsrunde, bei der jeder etwas sagen kann (Gruppengebet) und ein Lied wären prima. Und noch etwas: Wie sagt man so schön, ein Pastor darf alles machen, nur nicht über einer ½ Stunde predigen. Also: Fasse Dich kurz.


3.2. Bibelarbeit wie immer

 

Hierunter will ich mal alles abfassen, was ich unter einer „normalen“ Bibelarbeit für Ältere (ab Knappen) verstehe. Es ist immer der gleiche Aufbau: Lied, Gebet, Text, Diskussion, Gebet, Lied.

 

Auf den ersten Blick mag diese Art der Bibelarbeit als sehr langweilig wirken. Ich meine, dass diese Art der Bibelarbeit gerade für Ältere (ab Knappe) immer noch sehr interessant sein kann, wenn sie vernünftig vorbereitet und dargeboten wird.

 

Einige Tipps:

 

  • Bei der Textauswahl sehr sorgfältig vorgehen, d. h. nur Texte nehmen, die Dir gefallen (gebundene oder ungebundene Texte), Hintergrundinformationen besorgen (was war zu der Zeit los? Welche Textstellen passen dazu? usw.). Eventuell auf gezielte Probleme hinarbeiten oder „nur“ verkündigen.

 

  • Auch „Erwachsene“ spielen gerne !

 

  • Bereite Dich rhetorisch gut vor. (Wie muß ich mit wem umgehen? Gezielte Fragen zum Text stellen und dabei eventuell einzelne Personen ansprechen, Setzen eines Zeitlimits, passende Lieder und Gebete zum Text usw.)

 

  • Fasse Dich lieber kurz, lege aber Wert darauf, dass alle leise sind und mitmachen

 

  • Arbeite eventuell eine kurze Phase ein, in der jeder mitarbeiten muss (siehe Beispiel)

 

  • Lasse die Gebete aller mit in den Abschluss einfließen (Gruppengebet, siehe Beispiel)

 

Beispiel:

 

Du hast für dich selber festgestellt, wie undankbar Du und die meisten aus Deiner Sippe sind. Dir ist aufgefallen, daß alle nur fordern (auch von Gott) und dass fast alles Gute als Selbstverständlichkeit abgetan wird. Du findest dieses Verhalten Gott gegenüber ungerecht und bereitest folgende Bibelarbeit vor:

 

Lied: Danke, für diesen guten Morgen/Abend

 

Gebet: Herr, wir danken Dir, dass wir uns heute hier gemeinsam treffen dürfen. Das mag uns  selbstverständlich erscheinen, ist es aber nicht. Wir möchten Dich bitten, dass Du nun  bei uns bist und uns öffnest, um Dein Wort zu verstehen. Amen.

 

Spiel:   Handicap-Fußball

 

Die Gruppe wird in 2 Mannschaften aufgeteilt. Das Spielfeld (nicht zu groß) gleicht dem eines Fußballfeldes. Jeder bekommt eine andere Behinderung zugewiesen (blind, ohne rechtes Bein usw.). Jeder muß dafür sorgen, daß er wirklich behindert ist (Augen verbinden, Bein hochbinden usw.). Nun wird ein kurzes Spiel gespielt, Du bist Schiri. Nett, gell?

 

Kurze Verschnaufpause

 

Mitarbeitsphase: Jeder soll für sich alleine aufschreiben, was er empfunden hat und was er über seinen „normalen“ Körper denkt.

 

Jeder liest vor.

 

Text: Eine Heilsgeschichte aus dem NT (beliebig) z. B. Mk 7,31-37

 

Die Heilung eines Taubstummen

Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der  Zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, daß er die Hand auf ihn lege. Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig. Und er gebot ihnen, sie sollten’s niemandem sagen. Je mehr er’s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.

 

Diskussion: Egal was kommt, leite das Gespräch immer wieder zu dem Problem hin, wie selbstverständlich uns vieles ist.

 

Abschlussgebet: Alle setzen sich in einen Kreis. Du hältst eine brennende Kerze und erklärst den Ablauf des Abschlussgebetes. Du reichst die Kerze Deinem Nachbarn. Der stellt diese vor sich hin und spricht ein stilles oder ein lautes Gebet. Wenn er damit fertig ist, reicht er die Kerze weiter. Am Schluß kommt die Kerze wieder bei Dir an. Du sprichst ein Abschlussgebet und endest mit dem Vater unser.

 

Lied: Herr, Deine Liebe

 

Hinweis: Diese Bibelarbeit ist sicherlich auch für jüngere Altersgruppen geeignet. Natürlich hängt von deren Alter der von Dir ausgesuchte Text und die anschließende Diskussion ab. Als Hilfe auf der Suche nach Themen und Texten kann ich Dir die Hilfestellung vom Pfadverlag empfehlen.

 

3.3. Bibelarbeit anhand einer Bildmeditation

 

Bei einer Bildmeditation geht es darum, Ruhe zu finden und so die Gedanken zu klären. Es gibt mit Sicherheit viele verschiedene Möglichkeiten solch einer Bibelarbeit. Hier sei nun eine Form vorgestellt:

 

Bildmeditation – Thema „Vertrauen“:

 

  • Stimme Deine Gruppe als erstes auf die Bibelarbeit ein, indem Du ein Lied mit ihnen singst und ein Gebet sprichst. Dunkle den Raum ab und schaffe eine gemütliche Atmosphäre. Erkläre, dass es sehr wichtig ist, dass alle ganz ruhig sind. Gib jedem einen Zettel und einen Stift.

 

  • Händige jedem einen Text aus, der von Dir verfaßt wurde und der über das Thema „Vertrauen“ handelt.

 

Ein Beispiel:

 

Vertrauen ist der Grundstein jeder Beziehung.

Vertrauen kann man nicht kaufen, man muß es erarbeiten.

Vertrauen ermöglicht Ängste abzubauen.

Vertrauen gehört zur Liebe.

Gott vertraut uns!

 

Jeder soll diesen Text in Ruhe ein paar mal leise durchlesen

 

  • Wirf ein Bild (Dia) an die Wand, das von Vertrauen handelt (kleines Kind in den Armen seiner Mutter oder etwas ähnliches). Wahlweise kannst Du auch jedem einen Abzug von dem Foto aushändigen.

 

  • Lasse jedem 5 min. Zeit, selber etwas über das Thema Vertrauen zu verfassen.

 

  • Jeder soll seinen Text vorlesen.

 

  • Lies Matthäus 14,22-33 vor.

 

Jesus und der sinkende Petrus auf dem See

Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht. Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und sie traten in das Boot, und der Wind legte sich. Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!

 

  • Lasse diesen Text auf Deine Teilnehmer wirken, schalte das Bild ab.

 

  • Schließe die Bibelarbeit mit einem gemeinsamen Gruppengebet, das so aussieht:

 

Alle Teilnehmer setzen sich in einen Kreis, der erste Teilnehmer auf Deiner linken Seite hat einen Kerzenständer mit einer brennenden Kerze vor sich stehen. Du erklärst, wie das Gebet laufen soll: Der, der die Kerze vor sich stehen hat, spricht ein Gebet (still oder laut); ist er fertig, gibt er die Kerze weiter. Bei Dir angekommen, sprichst Du ein lautes Gebet und zum Schluß das Vater unser, in das alle mit einstimmen.

 

Natürlich kannst Du solch eine Bibelarbeit auch zu allerlei anderen Themen durchführen. Bei Problemen, geeignete Fotos (Dias o. Overheadfolien) zu finden, kann ich Dir nur raten, einmal aufmerksam Kirchenblätter zu lesen, in Büchern zu schnuppern und Dir einmal Deine eigene Fotosammlung genauer anzugucken.

 

3.4. Bibelarbeit anhand eines Rollenspiels

 

Ein Rollenspiel hat den Vorteil, dass alle mitmachen müssen und keine Langeweile aufkommen kann. Folgendes Rollenspiel ist für 5 Rollen ausgelegt. Kopiere jede Rolle und lies sie Dir selber einmal durch.

 

Wichtig: Erzähle niemanden vorher, daß es sich um eine Bibelarbeit handelt!

 

Wie Du sicherlich merken wirst, hat jeder etwas Schuld an dem Tod des Kaufmannes. Jeder hat also etwas zu verbergen. Darum ist es wichtig, dass keiner das Rollenspiel kennt und keiner Einblick in eine andere Rolle erhält. Gib jedem seine Rolle und setze die Leute auseinander.

 

Jeder hat nun Zeit, sich seine Rolle anzuschauen. Erzähle allen Teilnehmern vorher, dass sie sich in 10 min. wiedertreffen, um einen Schuldigen auszumachen, der den Soldaten aus Hochberg ausgeliefert werden soll. Symbolisch für den Tod des Schuldigen soll dieser eine total ekelige Flüssigkeit trinken, die Du nun vor den Augen der Teilnehmer zubereitest (z.B. kalter Kaffe mit Zitronentee, Nelken, Essig usw.) Es ist wichtig, daß Du die Flüssigkeit allen zeigst, damit jeder Teilnehmer einen echten Anreiz hat, nicht der Schuldige zu sein. Natürlich wird auch vom „Schuldigen“ dieses Gesöff nie getrunken. Das würde wohl den Sinn einer Bibelarbeit weit verfehlen. Erkläre aber deutlich, daß, wenn nach 30 min. Thing kein Schuldiger gefunden ist, jeder solch ein Getränk trinken muß.

 

In den 10 min., in denen jeder seine Rolle studiert, kannst Du herumgehen und Hilfestellungen geben, wenn jemand etwas nicht verstehen sollte. Verrate aber nichts.

 

Übrigens: Solltest Du diese Bibelarbeit doch einmal mit mehr als 5 Teilnehmern spielen, sind alle, die keine Rolle haben, das Volk. Das Volk nimmt am Thing teil und beobachtet genau, wie sich wer verhält. Kläre das Volk auf, daß jeder „Dreck am Stecken“ hat. Das Volk darf sich aber während des Things nicht einmischen.

 

Wenn alle Teilnehmer nach 10 min. wieder zu dem „Schuldigen-Thing“ beisammen sind, rege das Gespräch kurz an. Überlasse es nun den Teilnehmern, einen Schuldigen zu finden. Alles ist erlaubt.

 

So, nun beginnt Deine eigentliche Arbeit: Falls die „Diskussion“ zu wild wird, mußt Du beherzt eingreifen. Tut sich gar nichts, mußt Du etwas „Benzin ins Feuer gießen“ (z. B. noch einmal auf das widerliche Gesöff  hinweisen). Ist die Zeit (ca. 30 min.) abgelaufen oder haben die Teilnehmer eher einen „Schuldigen“ gefunden, mußt Du das Spiel sofort abbrechen. Kläre nun alle Teilnehmer auf, daß sie gerade an einer Bibelarbeit teilgenommen haben und dass natürlich der „Schuldige“ nicht bestraft wird. Lasse nun ggf. das Volk berichten, wie sie das „Thing“ fanden, wie sich jeder verhalten hat.

 

Nun wird es schwierig. Du mußt auf alle Ergebnisse vorbereitet sein, um nun in eine Bibelarbeit im eigentlichen Sinne umzuschwenken. In der Regel verbünden sich alle gegen einen, meist den schwächsten in der Gruppe.

 

Möglicher Ansatzpunkt für das folgende Gespräch, an dem natürlich auch das Volk mitmacht:

 

  • warum hat keiner die Wahrheit gesagt ? (Du sollst nicht lügen)

 

Sprich auch an, wie es im wirklichen Leben oft zugeht. Sicherlich haben alle schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Schön wäre nun eine passende Bibelstelle, die du mit Hilfe einer Konkordanz sicherlich findest. Beende die Bibelarbeit mit einem Gebet und einem Lied.

 

Wie Du siehst, kann man mit einem Rollenspiel eine sehr unterhaltsame Bibelarbeit durchführen. Mit etwas Phantasie kann man sich ganz einfach ähnliche Rollenspiele ausdenken.

P.S.: Solltest Du einmal mit nur wenigen Leuten ähnliches durchführen wollen, dann schildere folgende Situation: Ihr alle befindet euch in einem Heißluftballon über dem offenen Meer. Dieser Ballon droht abzustürzen. Ihr habt schon alles über Bord geworfen, dennoch müßt Ihr mehr Gewicht ablassen, um an Land zu gelangen. Teile jeder Person einen „auch so wichtigen“ Beruf zu wie z. B. Arzt, Prediger, Überlebenskünstler usw. Nun muß sich die Gruppe einigen, wer in den Tod springt. Auch aus dieser Einleitung (die übrigens sehr spannend sein kann) läßt sich hervorragend eine Bibelarbeit oder Andacht machen.


Bürgermeister:

 

Die kleine arme mittelalterliche Stadt Trotzburg ist zerstritten mit der großen reichen Nachbarstadt Hochberg. Der Bürgermeister mag die Hochberger gar nicht. Eines Tages, als er gerade die Stadtkasse zählt, kommt der Schmied angerannt und erzählt: Eben hat mich ein Kaufmann aus Hochberg überfallen wollen. Ich habe mich gewehrt und ihn verwundet. Jetzt liegt er draußen im Schnee. Der Bürgermeister denkt sich: Das geschieht dem Hochberger recht. Und weil er die Hochberger nicht mag, bleibt er hinter seinem Geld sitzen und sagt: Ach, die Hochberger sind zäh. Wenn ich Zeit habe, werde ich jemanden nach ihm schicken. Der Schmied läuft daraufhin zum Arzt, aber der will nicht hinausgehen. Höchstens, wenn der Verwundete hereingebracht wird, behandelt er ihn. Der Schmied bittet den Krankenpfleger, den Kaufmann mit ihm hineinzutragen. Aber der sagt nur: Nur wenn es der Bürgermeister befiehlt. Der Schmied rennt zum Bürgermeister zurück und erzählt im alles. Der Bürgermeister sagt: Na meinetwegen soll er ihn reinschaffen. Sie schaffen den Kaufmann zum Arzt, der ihn verbindet. In der folgenden Nacht stirbt der Kaufmann. Der Arzt sagt: Der war nicht mehr zu retten. Die Kälte hat ihn fertiggemacht. Wenn der Nachtwächter gleich gesehen hätte, was los ist und uns Bescheid gegeben hätte, hätte ich ihn vielleicht durchgebracht. Der Wächter sagt, er hätte von dem ganzen Vorfall nichts gesehen. Kurze Zeit darauf kommen Soldaten aus Hochberg vor die Stadt. Sie sind in der Übermacht. Sie lassen den Trotzburgern eine Botschaft überbringen:

Liefert uns in 30 min. den Schuldigen aus, der den Kaufmann getötet hat, sonst brennen wir die ganze Stadt nieder.

 

Arzt:

 

Die kleine arme mittelalterliche Stadt Trotzburg ist zerstritten mit der großen reichen Nachbarstadt Hochberg. Eines Tages kommt der Schmied zu ihm gelaufen und sagt ihm: Draußen vor der Stadt liegt ein Kaufmann aus Hochberg verwundet im Schnee. Komm doch raus und hilf mir. Er hat mich überfallen und ich habe mich gewehrt und ihn verwundet. Eben war ich schon beim Bürgermeister, aber der will nichts unternehmen. Der Arzt denkt sich: Geschieht ihm recht, dem Hochberger! Und sagt: Was, ich soll bei dieser Kälte rausgehen, um einem Hochberger zu helfen? Fällt mir gar nicht ein. Bringt ihn herein, dann kann ich ihn vielleicht behandeln. Der Schmied rennt zum Krankenpfleger und bittet diesen, mit ihm zusammen den Hochberger reinzutragen. Aber der sagt nur: Nur wenn es der Bürgermeister befiehlt. Der Schmied rennt zum Bürgermeister zurück und erzählt ihm alles. Der Bürgermeister sagt: Na meinetwegen soll er ihn reinschaffen. Sie schaffen den Kaufmann zum Arzt, der ihn verbindet. Der Arzt sieht, daß der Hochberger schwer krank ist weil er so lange im kalten Schnee lag. Er gibt ihm nicht die erforderliche Medizin, da er sich denkt, daß diese viel zu teuer für Hochberger sei. Dieses verschweigt er aber den anderen. In der folgenden Nacht verstirbt der Kaufmann. Der Arzt sagt: Der war nicht mehr zu retten. Die Kälte hat ihn fertiggemacht. Wenn der Nachtwächter gleich gesehen hätte, was los ist und uns Bescheid gegeben hätte, hätte ich ihn vielleicht durchgebracht. Kurze Zeit darauf kommen Soldaten aus Hochberg vor die Stadt. Sie sind in der Übermacht. Sie lassen den Trotzburgern eine Botschaft überbringen:

 

Liefert uns in 30 min. den Schuldigen aus, der den Kaufmann getötet hat, sonst brennen wir die ganze Stadt nieder.

 

P.S. Kurz vor der Beratung kommt der Wächter zum Arzt und bezahlt eine längst fällige hohe Rechnung.

 

Krankenpfleger:

 

Die kleine arme mittelalterliche Stadt Trotzburg ist zerstritten mit der großen reichen Nachbarstadt Hochberg. Eines Tages kommt der Schmied zum Krankenpfleger und sagt: Draußen vor der Stadt liegt ein verwundeter Kaufmann aus Hochberg, der mich angegriffen hat. Ich habe ihn bei meiner Gegenwehr schwer verwundet. Der Arzt will ihn nur behandeln, wenn wir ihn zu ihm reinbringen. Der Kaufmann liegt hilflos im Schnee. Hilf mir!

 

Der Pfleger hat wenig Lust, einem Hochberger zu helfen und sagt: Du hast mir nichts zu befehlen. Ich unterstehe dem Bürgermeister. Wenn der sagt, ich soll dir helfen, dann helfe ich dir. Eigentlich ärgert sich der Pfleger darüber, daß der Bürgermeister ihm alles befehlen will. Jetzt freut er sich aber darüber. Der Schmied sagt, er wäre schon beim Bürgermeister und beim Arzt gewesen. Keiner wollte ihm recht helfen.

 

Der Krankenpfleger bleibt hart. Der Schmied läuft zum Bürgermeister, der nun den Befehl erteilt, der Pfleger möge den Kaufmann zum Arzt bringen.  Beide tun dieses. Der Arzt verbindet den Kaufmann. In der folgenden Nacht stirbt der Kaufmann. Der Arzt sagt: Der war nicht mehr zu retten. Die Kälte hat ihn fertiggemacht. Wenn der Nachtwächter gleich gesehen hätte, was los ist und uns Bescheid gegeben hätte, hätte ich ihn vielleicht durchgebracht.

 

Der Wächter sagt, er hätte von dem ganzen Vorfall nichts gesehen. Kurze Zeit darauf kommen Soldaten aus Hochberg vor die Stadt. Sie sind in der Übermacht. Sie lassen den Trotzburgern eine Botschaft überbringen:

 

Liefert uns in 30 min. den Schuldigen aus, der den Kaufmann getötet hat, sonst brennen wir die ganze Stadt nieder.

 

Wächter:

 

Die kleine arme mittelalterliche Stadt Trotzburg ist zerstritten mit der großen reichen Nachbarstadt Hochberg. Der Wächter steht auf dem Turm und beobachtet die Straße. Er sieht, wie der Schmied von Trotzburg einen Kaufmann aus Hochberg überfällt und niederschlägt. Er meldet es aber nicht in der Stadt, weil er denkt: Was geht mich ein Hochberger an?

 

Kurze Zeit später kommt sein Freund, der Schmied, zu ihm in den Turm und gibt dem Wächter viel Geld, damit er aussagt, er habe nichts gesehen. Der Wächter verspricht dem Schmied, nichts zu sagen und nimmt das Geld.  Der Schmied läuft jetzt erst zum Bürgermeister, dann zum Arzt, dann zum Krankenpfleger.

 

Keiner hilft ihm, dem verletzten Kaufmann zu helfen. Erst als nach langem hin und her der Bürgermeister die Anweisung gibt, daß der Pfleger dem Schmied helfen soll, den Kaufmann zum Arzt zu bringen, beginnt die Rettung des Kaufmannes. Aber es ist schon zu spät. In der folgenden Nacht verstirbt der Kaufmann. Der Arzt sagt, er hätte ihm vielleicht das Leben retten können, wenn der Wächter eher den Vorfall gemeldet hätte.

 

Kurze Zeit darauf kommen Soldaten aus Hochberg vor die Stadt. Sie sind in der Übermacht. Sie lassen den Trotzburgern eine Botschaft überbringen:

 

Liefert uns in 30 min. den Schuldigen aus, der den Kaufmann getötet hat, sonst brennen wir die ganze Stadt nieder.

 

Kurz vor der Beratung geht der Wächter zum Arzt und bezahlt eine längst fällige hohe Rechnung mit dem Geld, daß der Schmied ihm gegeben hat.

 

 

 

Schmied:

 

Die kleine arme mittelalterliche Stadt Trotzburg ist zerstritten mit der großen reichen Nachbarstadt Hochberg. Der Schmied sieht eines Tages einen Kaufmann aus Hochberg den Weg entlang gehen. Er denkt sich: Dem blöden Hochberger nehme ich sein Geld ab. Er überfällt ihn und schlägt ihn zusammen. Als er dann den Kaufmann schwerverwundet im Schnee liegen sieht, bekommt er es mit der Angst zu tun und rennt in die Stadt. Als erstes geht er zum Stadtwächter, der alles von der Mauer mit angesehen hat.

Der Schmied gibt ihm die Hälfte des geraubten Geldes, damit er später aussagt, er habe nichts gesehen. Der Wächter, ein guter Freund von ihm, verspricht ihm, nichts zu sagen. Der Schmied läuft als nächstes zum Bürgermeister und erzählt diesem, daß ihn ein Kaufmann aus Hochberg überfallen wollte. Er habe sich gewehrt und dabei den Kaufmann schwer verletzt. Dieser liegt nun draußen im Schnee. Der Bürgermeister sagt ihm, daß die Hochberger ein zähes Volk seien und sich schon selber helfen könnten. Er habe gerade keine Zeit, da er das Geld zählen müsse.

Beizeiten werde er jemanden zur Hilfe schicken. Daraufhin rennt der Schmied weiter zum Arzt und sagt: Komm mit mir vor die Stadt und hilf einem verwundeten Hochberger. Der Arzt weigert sich, einem Hochberger im Schnee zu helfen. Nur wenn sie ihn hereinbringen würden, werde er helfen. Als nächstes rennt der Schied zum Krankenpfleger und bittet diesen, ihm zu helfen, den Kaufmann zum Arzt zu tragen. Der Pfleger entgegnet, nur der Bürgermeister habe ihm Weisungen zu geben. Der Schmied rennt zum Bürgermeister zurück und diese erteilt endlich die Weisung, der Pfleger möge dem Schied helfen, den verwundeten Kaufmann zum Arzt zu tragen. Die beiden tun dieses. Der Arzt verbindet die Wunden. In der folgenden Nacht verstirbt der Kaufmann. Der Arzt sagt, er hätte vielleicht das Leben retten können, wenn der Wächter eher den Vorfall gemeldet hätte. Kurze Zeit darauf kommen Soldaten aus Hochberg vor die Stadt. Sie sind in der Übermacht. Sie lassen den Trotzburgern eine Botschaft überbringen: Liefert uns in 30 min. den Schuldigen aus, der den Kaufmann getötet hat, sonst brennen wir die ganze Stadt nieder.

 

3.5. Stille Bibelarbeit

 

Die stille Bibelarbeit ist schon vom Ansatz her eine völlig andere Art der Verkündigung. Diese Methode ist vor allen bei Gruppen sinnvoll, bei denen es Teilnehmer gibt, die sonst nicht zu Wort kommen oder Teilnehmern, die schneller reden als sie denken. Aber auch sonst kann diese Art der Bibelarbeit sehr viel Spaß machen und eine wünschenswerte Abwechslung darstellen. Anhand des folgenden Beispiels wird Dir klar, wie so eine stille Bibelarbeit abläuft.

 

(Wichtig ist in diesem Fall, daß sich nicht alle einig sind, dass es Gott gibt)

 

 

Es gibt Gott, weil…., es gibt Gott nicht, weil…..

 

Teile Deine Gruppe in zwei gleich starke Untergruppen(sowohl von der Anzahl als auch vom „Geiste“). Unter 6 Teilnehmern braucht die Gruppe nicht geteilt werden. Beginne die Bibelarbeit, indem Du die Spielregeln erklärst:

 

Nach dem Gebet herrscht absolutes Rede-, Andeutungs-, Raschel- und Störverbot. Du legst jeder Untergruppe ein großes Blatt Papier (Flipchart-Papier oder A1-Karton) und zahlreiche Stifte vor. Auf jeder Pappe steht eine Diskussionsfrage als Überschrift geschrieben.

 

Jeder kann seine Meinung dazu schreiben, es soll aber kein Monolog, sondern ein Dialog werden. Jeder kann jeden alles schriftlich fragen. Auf der Pappe ist außer durchstreichen nichts verboten. Es kann sich einer mit einem unterhalten oder alle mit einem oder wie auch immer.

 

Die Untergruppen dürfen sich erst dann schriftlich austauschen, wenn Du ein Signal gibst.

 

Nun geht es los:

 

Du beginnst mit dem Gebet. Anschließend, alle sind jetzt ganz, ganz ruhig, verteilst Du die Pappen und nun lesen die Teilnehmer zum ersten Mal, worum es geht. Die Überschrift auf  allen Pappen lautet:

 

Es gibt Gott, weil…., es gibt Gott nicht, weil…..

 

Während die Untergruppen sich schriftlich unterhalten, wechselst Du mehrmals die Untergruppen. Verfolge das „Gespräch“ und gib ggf. schriftliche Anreize (auch Du darfst natürlich nichts sagen), die Schwung in die Diskussion bringen, z. B. könntest Du bei einer Aussage einhaken, selber provokative Aussagen tätigen usw. Du wirst überrascht sein, wie gut dieses funktioniert, wenn erst einmal alles am Laufen ist (jedenfalls war ich es jedesmal). Falls alles ohne Dein zutun gut läuft, halte dich möglichst raus, es sei denn, Du nimmst selber richtig am „Gespräch“ teil.

 

Wenn Du merkst, daß einer Untergruppe ihr „Gesprächsstoff“ ausgeht und Du nicht für neuen sorgen kannst, gib das Signal, daß sich die Untergruppen gegenseitig still besuchen können. So kommt neuer Schwung in die Diskussion. Wenn der größte Teil der Teilnehmer anfängt, sich zu langweilen, brich den stillen Teil der Bibelarbeit ab.

 

Lasse nun allen Teilnehmern kurz Zeit, sich vom Schweigen zu erholen. Nun beginnt ihr gemeinsam, das Geschriebene in einer „lauten Diskussion“ aufzuarbeiten. Beende, wenn alles gesagt ist, mit einem Gebet oder einer Gebetsrunde oder…


3.6. Bibelarbeit als Spiel

 

Nun kommen wir zu einer sehr lockeren Art der Bibelarbeit, die eigentlich (wie auch bei allen anderen Arten) je nach Aufmachung für alle Altersstufen geeignet ist. Das Prinzip ist sehr einfach: Ihr spielt ein Spiel, das in einer Bibelarbeit endet. Vor Beginn des Spiels weißt nur Du, dass es sich um eine Bibelarbeit handelt.

 

2 Beispiele:

 

Du spielst mit Deiner Gruppe ein Geländespiel. Ziel ist es, einen Schatz in Form einer Flaschenpost zu erlangen. Die Nachricht im Inneren der Flasche darf nicht gelesen werden. Ist das Spiel entschieden, setzt ihr euch alle zusammen und Du liest den Inhalt der Flaschenpost vor, der z. B. lautet:

 

Es gibt auch eine andere Art zu leben.

 

Nun fragst Du in die Runde, was diese Nachricht wohl zu bedeuten hat. Nachdem Du alle möglichen Meinungen gehört hast, erzählst Du, daß ihr euch mitten in einer Bibelarbeit befindet. Erzähle, wie man Deiner Ansicht nach im Glauben zu Gott lebt und was anders ist, als wenn man ohne an Gott zu glauben lebt. Lies einen Text aus der Bibel vor, wie Leute zum Glauben gekommen sind und wie sie damit leben. Mt 4,18-22

 

Die Berufung der ersten Jünger

Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; [a ] ich will euch zu Menschenfischern machen! Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie. Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.

 

Redet darüber, was sich heute für einen Menschen ändert, der Gott in sein Leben aufgenommen hat.

 

Eine andere, aber ähnliche Art:

 

Suche Dir aus dem Gesamtverzeichnis „Box“ von Brot für die Welt (siehe Literaturverzeichnis) ein Gesellschaftsspiel aus, das Dir gefällt. Spielt dieses Spiel (z. B. das Welthungerspiel) und geht im nachhinein in eine von Dir vorbereitete Bibelarbeit über. Schön, gell!

 

3.7. Nachspielen von Bibelstellen:

 

Diese Möglichkeit der Bibelarbeit kann für alle Altersstufen sehr interessant sein (auch für verschiedene Altesstufen in einer Gruppe) . Es geht darum, einen Text der Bibel nachzuspielen. Sehr interessant kann dieses sein, wenn Du vorher (natürlich nachdem Du erst einmal die Bibelarbeit ordentlich „eröffnet“ hast) Deine Gruppe in 2 Gruppen aufteilst und einen Wettbewerb startest, welche Gruppe die Bibelstelle am besten nachspielt. Bewährt hat es sich, die Bibelstellen pantomimisch  nachzuspielen.

 

Bei der Suche nach geeigneten Bibelstellen rate ich Dir, einmal in das Inhaltsverzeichnis Deiner Bibel zu gucken. Dort wirst Du wahrscheinlich eine „Wo finde ich was……..“-Seite finden, auf der die bekanntesten Bibelstellen vermerkt sind. Schön sind auch immer wieder die Heilgeschichten von Jesus im Neuen Testament.

 

Hier nun ein Beispiel:

 

Lied: Immer auf Gott zu vertrauen

Gebet: Bete um offene Herzen während der Bibelarbeit.

Text: Markus 9, 14-29; lies diesen Text laut vor

 

Die Heilung eines besessenen Knaben

Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Menge um sie herum und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Und sobald die Menge ihn sah, entsetzten sich alle, liefen herbei und grüßten ihn. Und er fragte sie: Was streitet ihr mit ihnen? Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. (Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Geister, böse«.) Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, daß sie ihn austreiben sollen, und sie konnten’s nicht. Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riß er ihn. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund. Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist’s, daß ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, daß er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als nun Jesus sah, daß das Volk herbeilief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein! Da schrie er und riß ihn sehr und fuhr aus. Und der Knabe lag da wie tot, so daß die Menge sagte: Er ist tot. Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. Und als er heimkam, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten.

 

Teile nun Deine Gruppe ggf. auf und mache es zur Aufgabe, diesen Text als Pantomime einzuüben. Zeit 45 min., ggf. mehr. (Wettbewerb?)

 

Lasse nun die Gruppen ihren Beitrag aufführen.

 

Sprecht hinterher über den Text. Lenke das Gespräch darauf, was alles möglich ist, wenn man auf Gott vertraut und das Jesus auch denen hilft, die einen nicht so starken Glauben haben.

 

Abschlußgebet

Übrigens läßt sich diese Form der Bibelarbeit auch prima nutzen, um einen Bunten Abend mitzugestalten.

 

3.8. Bibelarbeit ohne Teamwork

 

Alle bis jetzt vorgestellten Arten der Bibelarbeit (mit eingeschränkter Ausnahme der Bildmeditation) setzten voraus, daß alle eine Gruppe bilden und Teamwork betrieben wird. Es geht aber auch anders:

 

Nachdem Du die Bibelarbeit eingeleitet hast, gib einen Text aus der Bibel vor, der je nach Altersstufe leicht verständlich, aktionsgeladen oder nachdenklich sein sollte. Bitte nun jeden darum, sich vorzustellen, ein Sensationsreporter (Bild usw.) zu sein. Sage, jeder solle sich vorstellen, er hätte das Geschilderte aus der Bibel mit eigenen Augen gesehen.

 

Nun soll jeder für sich einen Bericht im reißerischen Stil (vielleicht kurz erklären) schreiben und diesen dann vortragen. Da dafür nun wirklich sehr, sehr viele Texte der Bibel geeignet sind, möchte ich auf ein konkretes Beispiel an dieser Stelle verzichten.

 

Als Abschluß wäre ein Gruppengebet sehr schön geeignet.

 

3.9. Bibelarbeit als Quiz

 

Eine sehr lockere Art, über der Bibel zusammenzukommen, ist das Bibelquiz. Natürlich bietet ein Bibelquiz oftmals nicht die nötige Tiefe wie eine „richtige“ Bibelarbeit, dennoch halte ich gerade diese Möglichkeit, mit der Bibel „zu spielen“, für eine sehr nette Ergänzung zum Lager- und Gruppenleben.

 

Folgende Möglichkeiten möchte ich Dir an dieser Stelle vorstellen, aber wahrscheinlich kennst Du von verschiedenen Lagern noch eine ganze Reihe mehr.

 

Bibelstellenaufschlagen

 

Du teilst die Leute in zwei oder mehr Gruppen auf. Es ist verboten, das Inhaltsverzeichnis der Bibeln zu benutzen. Nun nennst Du eine Bibelstelle, z. B. 2. Mose 16. Welche Gruppe als erstes diese Stelle gefunden hat, erhält einen Punkt.

Ich muß zugeben, daß diese Methode sehr schnell sehr langweilig wird und auch sowieso nicht der Hit ist. Dennoch kann diese Methode eine als Ergänzung innerhalb eines Bibelquiz sein.

 

Sachen holen 

 

Wieder teilst Du die Gruppe in mehrere kleine, gleich starke Gruppen auf. Nun nennst Du eine Stellenangabe aus der Bibel, z. B. Ruth 3, 15. Nun muß jede Gruppe so schnell wie möglich diese Stelle aufschlagen und den dort geschilderten Gegenstand herbeibringen (in diesem Falle „Tuch“). Welcher Gruppe dieses als erstes gelingt erhält einen Punkt.

 

Tip: Am schnellsten findest Du beim Vorbereiten geeignete Stellen, wenn Du eine Konkordanz (siehe Anhang) zu Hilfe nimmst.

 

 

Bitte beachte folgende Punkte unbedingt:

 

  • Sorge dafür, dass alle die gleiche Bibel haben, also entweder alle eine Lutherbibel oder alle eine Gute Nachricht usw. Auf jeden Fall muss die gewählte Bibel die sein, die Du zur Vorbereitung verwendet hast.
  • Verwende zur Vorbereitung nur die Bibel (und nur die passende Konkordanz zu dieser Bibel, also z.B. Lutherkonkordanz), die ihr später beim Spielen verwendet.

 

 

Du wirst merken, daß es bei dieser Art der Bibelarbeit recht fetzig zugeht.

 

Du stellst Fragen zur Bibel (Der große Preis !!)

 

Wie Du Dir sicher schon denken kannst, bildest Du aus Deiner Gruppe wieder einmal mehrere kleine Grüppchen. Nun stellst Du in einer netten Form, also z. B. in Form von mehreren zu wählenden Rubriken wie z. B. Altes Testament, Neues Testament, Personen, Kirche usw. (das „Der große Preis“-Prinzip) verschieden schwere Fragen. Je nach Schwierigkeitsgrad der Fragen werden für die richtige Antwort unterschiedlich viele Punkte vergeben.

 

So weit, so gut. Für Dich wird sich während der Planung sicherlich das Problem stellen, welche Fragen Du stellen sollst. Als Tipp kann ich an dieser Stelle das Buch von Carl S. Shoup namens „Bibelquiz“ empfehlen. Dieses Buch enthält 1437 (?) Fragen zur Bibel (samt richtiger Antworten). Die Fragen sind zugegebenermaßen oftmals recht schwer, können aber sehr hilfreich bei der Planung sein. Zu überlegen ist, ob die Gruppen während des Quiz eine Bibel benutzen dürfen.

 

Bibelstellen nachspielen ( als Pantomime)

 

Vergleiche 3.7.

 

Bibelstellen zeichnen

 

Sehr interessant (und lustig) ist es, von mehreren Gruppen (wie Du sicher schon erraten hast) eine Bibelstelle, während Du sie langsam vorliest, zeichnen zu lassen.

 

Ein Beispiel: Lies Offenbarung 5, 1-7

 

Das Buch mit den sieben Siegeln

Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel. Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.

 

Nachdem Du diese Stelle langsam und mehrmals vorgelesen hast, wirst Du sehr verworrene Bilder zu sehen bekommen. Nun liegt es bei Dir, die Punkte zu verteilen.

 

 

Bibelstellen nachschreiben

 

Vergleiche 3.8.

 

Zum Abschluß dieses Themas möchte ich noch folgendes loswerden:

 

Die interessantesten Bibelquize waren für mich immer die, die ein Gemisch aus möglichst allen der hier genannten Methoden bildeten. Nun also ran !

 

3.10. Bibelarbeit Kreativ

 

Bei dieser Art der Bibelarbeit geht es darum, die kreativen Eigenschaften Deiner Gruppe in eine Bibelarbeit voll mit einzubeziehen.  Wie ich mir das vorstellen könnte,  möchte ich Dir an einem Beispiel verdeutlichen:

 

Bibelarbeit zum Thema Verkündigung

 

Lied:

z. B. Der Gammler

 

Eingangsgebet um Ruhe und „offene Ohren“:

 

z. B.:  Herr, wir danken Dir, dass wir uns heute hier versammeln durften. Bitte sei Du bei uns und öffne unsere Ohren. Hilf uns, Dein Wort zu verstehen und nutzen daraus zu ziehen. Amen.

 

Diskussionsrunde:

 

Frage: Was ist Verkündigung

 

(etwas verkündigen, kund tun, im christlichen Sinne Gottes Botschaft verbreiten wie z. B. in Andachten, Bibelarbeiten, Filmen, Radiosendungen, Fernsehbeiträgen, durch vorleben, usw. Schlechtes Beispiel: Kreuzzüge)

 

Frage: Warum überhaupt verkündigen?

 

(Menschen helfen, Glauben bewahren und vertiefen, wird indirekt in der Bundesordnung von uns verlangt, usw.)

 

Jesus gab seinen Jüngern nach seinem Tod (er war ihnen erschienen) einen klaren Auftrag zur Verkündigung. Diese Textstelle lies allen vor. Matthäus 28, 16-20

 

Der Missionsbefehl

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

 

Nachdem ihr kurz über den Text und dessen Aussage gesprochen habt, erkläre Deinen Teilnehmern folgendes:

 

Wir stellen uns jetzt einmal vor, das Jesus dieses direkt zu uns gesagt hat. Er schickt uns los in die weite Welt, um von ihm und seinem Vater zu erzählen. Richtet Euch darauf ein, dass Ihr in nächster Zeit auf einem Dorfplatz erscheint, um von Gott und Jesus zu „verkünden“. Dieses kann in verschiedener Art und Weise geschehen. Alle Teilnehmer der Bibelarbeit haben nun Zeit, ein Gedicht, einen Reim, ein Einpersonen-Theaterstück, ein Lied (der Gammler zählt nicht), ein Quiz, ein…………. vorzubereiten. Die Teilnehmer sollten sich dazu auseinandersetzen oder noch besser, sich räumlich aufteilen.

 

Nach einer angemessenen Vorbereitungszeit soll jeder seine „Verkündigung“ vortragen. Du wirst sehen, es geschehen erstaunliche Dinge und allen haben einen großen Spaß.

 

Der Abschluß dieser kreativen Bibelarbeit sollte aus einem Lied und einem Gruppengebet bestehen.

 

 

4. Anhang/weiterführende Literatur

 

Weiterführendes Handwerkszeug:

 

Jeder, der sich einmal auf dem Kirchentag einen der zahlreichen Büchertische angeguckt hat weiß, daß es unzählige Bücher zum Thema Glaube gibt. An dieser Stelle möchte ich nur kurz die Bücher vorstellen, die mir immer sehr bei der Vorbereitung von Bibelarbeiten und Andachten geholfen haben.

 

  1. Hilfestellung von Johannes Büscher

 

Bei der Hilfestellung geht es in erster Linie (neben einem Pfingstlagergottesdienst, Bildmeditation usw.) um erklärte Textstellen aus der Bibel. Die Hilfestellung gibt Altersempfehlungen für Texte und erklärt diese kurz, verständlich und für uns Pfadis sehr hilfreich. Es ist also eine echte Hilfestellung, die Du beim Pfadverlag für 6 DM beziehen kannst. (Pfadverlag, An der Kirche 1, 38239 Salzgitter, Tel.: 05300/901050)

 

  1. Die Gute Nachricht

 

Neben unzähligen verschiedenen Bibelausgaben ist die Gute Nachricht die „Version“ der Bibel, die mir persönlich am meisten zusagt. Die Sprache der Guten Nachricht ist sehr einfach, ohne allerdings „schlampig“ zu werden. Die „Gute Nachricht“ gibt es in verschiedenen Versionen fast überall im Buchhandel. Bewährt hat sich nach meiner Ansicht die Version ohne festen Einband. So kannst Du die Gute Nachricht auch einmal im Rucksack ganz passabel transportieren.

 

 

  1. Konkordanz

 

Wie schon mehrmals angesprochen, empfiehlt sich immer die passende Konkordanz zur passenden Bibel. Also z.B. die Lutherkonkordanz zur Lutherbibel. Eine Konkordanz mußt Du dir als Stichwortverzeichnis der Bibel vorstellen. Schaust Du z. B. in einer Konkordanz nach dem Wort „Liebe“, so werden Dir alle Stellen in der Bibel genannt, in denen das Wort „Liebe“ vorkommt. Das ist eine sehr große Hilfe. Übrigens gibt es natürlich auch verschiedenste Formen von Konkordanzen auf CD Rom für den Computer, was das Handling nochmals stark vereinfacht. Allerdings macht sich ein Laptop auf Lager nicht so pralle. Die Deutsche Bibelgesellschaft bietet eine Lutherbibel mit dazugehöriger CD-ROM-Konkordanz für ca. 50 DM an. ISBN 3-438-01900-0.

 

  1. Brot für die Welt/Gesamtverzeichnis Box

 

Hierbei handelt es sich nicht um ein Buch, sondern um einen Katalog von „Brot für die Welt“, der „Gesamtverzeichnis Box“ heißt. Neben den bekannten Spendendosen usw. werden hier eine große Menge von Hilfen für Bibelarbeiten und Andachten angeboten. Die meisten Artikel sind zwar nicht für diesen Einsatz gemacht, dennoch können sie sehr hilfreich sein. Es werden dort zahlreiche Spiele zur Thematik „Entwicklungspolitik“ angeboten, mit denen sich sicherlich prima eine Bibelarbeit einleiten läßt. Zu bestellen ist dieser Katalog, falls ihn Eure Pfarrstelle nicht hat, bei: Diakonisches Werk, Brot für die Welt, Zentraler Vertrieb, Postfach 101142, 70010 Stuttgart

 

  1. Der Steigbügel

 

Der Steigbügel ist ein vom CVJM herausgegebenes Heft, das sechsmal im Jahr erscheint. Dieses Heft gilt als Arbeitsheft für Gruppenleiter, die sich mit 13-17 jährigen Jugendlichen beschäftigen. Neben oftmals wirklich hervorragenden Andachten und Bibelarbeiten werden dort auch Spiele vorgestellt, Basteltipps gegeben und vieles mehr. Dieses Heft, das ihr als Abo bestellen könnt, ist nach meiner Ansicht ein Muss für alle Gruppenleiter (vielleicht übernimmt Eure Gemeinde ja die Jahreskosten von ca. 20 DM). Kontaktadresse: Buchhandlung und Verlag des ejw GmbH, Stuttgart Vertrieb: dsb ABO-Betreuung GmbH 74168 Neckarsulm

 

  1. Vorlesebuch Religion, herausgegeben von diversen Autoren (wirklich etwas unübersichtlich)

 

Dieses Buch, das es in verschiedenen Bänden für verschiedene Altersstufen gibt, ist eine wahre Hilfe. Ihr müßt es Euch so vorstellen: Ihr wollt eine Bibelarbeit zum Thema Freundschaft durchführen. Nun schaut Ihr einfach in das Inhaltsverzeichnis und findet zahlreiche Geschichten zu diesem Thema. Einfacher geht es eigentlich nicht. Es ist allerdings recht schwer, an dieser Stelle zu erklären, wie man an diese Buchreihe kommt. Der einfachste Weg wäre, wenn Du einmal mit Deinem Pastor oder mit Deiner Pastorin sprichst. Normalerweise müßte er oder sie dieses Buch haben. Ansonsten sollte Dir folgendes weiterhelfen: Verlag Ernst Kaufmann, Lahr/Schwarzwald ISBN 3­-7806-0221-0 (Kaufmann) Der Titel für dieses Buch, dessen Preis ich nicht kenne, lautet: Vorlesebuch Religion 2, Für Kinder von 5-12 herausgegeben von Dietrich Steinwede und Sabine Ruprecht – Kaufann/Vandenhoeck/Benziger/TVZ

 

  1. Bibelquiz von Carl S. Shoup

 

Dieses Buch ist schier unendlich in Bezug auf Fragen samt Antworten aus der Bibel. Es sind zwar oftmals sehr, sehr schwere Fragen dabei, dennoch ist dieses Buch eine echte Hilfe bei der Vorbereitung von einem Bibelquiz. Dieses Buch ist in der Christlichen Verlagsanstalt Konstanz erschienen, wird wahrscheinlich noch angeboten zu einem Preis, den ich nicht kenne und verfügt über folgende ISBN Nummer: 3-7673-7607-5

 

Termine mit Gott – 365 Tage mit der Bibel, und „Der Gute Start“

 

Diese guten Bibellesehilfen sind wirklich sehr zu empfehlen für Andachten  wie unter 1.1.5. beschrieben und natürlich auch für das eigene Wohl. Termine mit Gott könnt Ihr über den Pfadverlag für 6,90 DM bestellen, Der Gute Start ist dort leider (noch ??) nicht erhältlich, Du kannst ihn aber wie folgt bestellen: Bibellesebund Österreich, Kreuzplatz 6, A-4820 Bad Ischl. oder Postfach 1129 D-21703 Marienheide

 

  1. Sag es allen weiter / Gerhard Schweiher

 

Dieses Buch ist ähnlich aufgebaut wie mein „Büchlein“, aber dennoch ein Muss für all diejenigen, die innovative Ideen in die Bibelarbeit bringen wollen. Du bekommst dieses Buch beim Pfadverlag oder unter ISBN 3-7867-1058-9 (Matthias- Grünewals-Verlag)

 

  1.  Mit Kindern die Bibel entdecken/ Sammlung von verschiedenen Bibelarbeiten

 

Dieses Buch stellt in sehr praktischer Form 52 fertige Bibelarbeiten für Kinder bzw. junge Teenies vor. Schwerpunktthema dieses „Sammelbuches“ ist das Markus-Evangelium. Jede Bibelarbeit ist so aufgebaut, dass sie wirklich eine Hilfe ist. Das Buch bekommst Du über den Pfadverlag – und für alle, die es genau wissen wollen: Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg, ISBN 3-89436-013-5

 

So, nun bin ich mit meinem „Latein“ am Ende und so bleiben mit nur noch zwei Tipps:

 

  1. 1.   Fang einfach an, neuen Schwung in die C-Arbeit zu bringen und

 

  1. 2.   besorge Dir doch mal die Bücherliste vom Pfadverlag, der natürlich eine ganze Reihe von christlichen Büchern vertreibt.

 

 

Gut Pfad

Volker