Schmerz, der: Der Schmerz ist manchmal Bestandteil des Pfadfinderlebens. Insbesondere bei →Wanderungen kann er an Stellen des Körpers auftreten, die man bisher nicht so wahrgenommen hat. Das Dumme an Schmerz während einer →Wanderung ist, dass er proportional auftritt: Je länger die Wanderung, desto größer der Schmerz. Der Verfasser dieser Zeilen unternahm einst eine fünftägige Wanderung: An jedem Morgen stellte er fest, dass tatsächlich noch mehr wehtat als am vorherigen Tag. Am Ende der Wanderung hatte er dann keine Schmerzen mehr: Nein – er war Schmerz. Daneben gibt es dann noch die normalen Schmerzen, die ab und an auch einen kurzen Aufenthalt im →Krankenhaus nötig machen. Aber um das mal klarzustellen: →Pfadfinder sein ist wesentlich schmerzloser und ungefährlicher als viele Sportarten wie Fußball, Handball oder Hockey – also keine Angst!

Schmiere, die: Der in den 80ern sozialisierte →Pfadfinder kennt vielleicht noch diesen Ausdruck, der nichts anderes als „Margarine“ bedeutet. Warum dann eine Zeitlang häufig „Hassuma die Schmiere da?“ gerufen wurde, bleibt heutzutage unklar: Vielleicht brauchen junge →Pfadfinder sprachliche Identifikationsmuster. →Ältere jedenfalls waren von der Schmiereforderei oftmals genervt – verständlich, ist ja auch bekloppt: Aber Walfang ist auch bekloppt – dann doch lieber Schmiere essen…

Singerunde, die: Die Singerunde zählt für viele →Pfadfinder zu den schönsten Augenblicken einer →Fahrt: Während man in die Flammen schaut, singt man mit vielen oder wenigen anderen →Pfadis ein anheimelndes Lied. Es werden Kekse und andere Leckereien gereicht, es gibt Tee und von überall her erschallen Rufe wie „28!“ oder „Lass uns doch mal 77 singen“ oder „Neeein, 45!!!“ Das sind dann die Nummern der einzelnen Lieder. Nichtsdestotrotz sind stets alle Singerundler zufrieden, auch wenn ihr Lied mal nicht gesungen wird. Die Singerunde wird fast immer von wenigstens einer →Gitarre begleitet.

Sippe, die: Ab der →Aufnahme zum →Jungpfadfinder heißt die Pfadfindergruppe Sippe. In der Sippe lernen die Sipplinge alles, was Pfadfinder können sollten: →Knoten und Bünde, →Karte und Kompass oder →Waldläuferzeichen, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Sippe geht gemeinsam auf →Fahrt, hat einen eigenen →Sippenwimpel und einen eigenen Namen: Im Falle des →Stammes Mauritius heißen die Sippen →Odysseus, →Jane Goodall, →Sophie Scholl und →Sachsen.

Sippenleiter(in), der oder die: Die Sippenleiterin oder der Sippenleiter ist gewissermaßen das Oberhaupt der →Sippe. Die Sippenleitung ist im Idealfall nur einige Jahre älter als die →Sipplinge, da bei uns der Grundsatz →“Jugend führt Jugend“ eine große Bedeutung hat. Die Sippenleiterin oder der Sippenleiter legt fest, was die →Sippe in der →Sippenstunde unternimmt und lernt. Ferner ist die Sippenleitung Ansprechpartner, Vertrauensperson und Aufsicht, z.B. beim Schwimmen. Durch mitreißende Führung und ein gutes „Händchen“ beim Umgang mit Menschen hat es die Sippenleitung in der Hand, ob die →Sipplinge gerne jede Woche zur →Sippenstunde gehen oder aber nach und nach wegbleiben.

Sippenstunde, die: In der Sippenstunde lernen die →Sipplinge alles, was Pfadfinder können sollten: →Knoten und Bünde, →Karte und Kompass oder →Waldläuferzeichen, um nur einige Beispiele zu nennen. Es wird aber auch gespielt, es werden Fahrten geplant und Andacht gehalten. Die Bibelarbeit gehört ebenso zur Sippenstunde wie die Beschäftigung mit gesellschaftlichen Themen. Die Sippenstunde findet wöchentlich statt und ist für den Zusammenhalt und die Weiterentwicklung der →Sippe unverzichtbar.

Sippling, der: Sippling wird der →Pfadfinder innerhalb der →Sippe genannt. Dabei ist das Alter nebensächlich: Es kann –trotz des etwas verniedlichenden Namens- ein elf Jahre alter →Pfadi ebenso ein Sippling sein wie auch ein alter →Pfadfinder, der schon 90 Jahre alt ist. Entscheidend ist, dass er noch Teil einer →Sippe ist.

Späherversprechen, das: Hat der →Sippenleiter entschieden, dass der →Knappe soweit ist, um  →Späher zu werden, wird er im Rahmen einer →Aufnahme in den Kreis gebeten, um sein →Versprechen abzugeben. Es lautet:

„Ich kenne das Späherziel und die Grundsätze der Christlichen Pfadfinderschaft. Im Vertrauen auf Gottes Beistand will ich ernstlich bestrebt sein, nach diesen Grundsätzen unter euch zu leben.“

Anschließend wird der bisherige →Knappe als →Späher bestätigt und die →Knappennadel an der linken Brusttasche der →Kluft angebracht – da, wo das Herz sitzt.

Spatengang, der: Der gemeine →Pfadfinder ist zu allererst einmal ein Mensch. Und ein Mensch muss in regelmäßigen Abständen ein wenig braunen Ballast abwerfen – reden wir nicht drum herum: Er muss kacken, scheißen, abführen, einen Bob in die Bahn werfen, stuhlen – kurzum: Er muss GROSS. →Manchmal ist es jedoch so, dass keine Toilette, kein →Donnerbalken und kein →DIXI weit und breit zu finden ist – und dann hilft nur noch: Der Spatengang. Der durchaus abführwillige →Pfadi schnappt sich also einen Klappspaten und stiefelt in den Wald, um sein Geschäft zu verrichten. An einer ihm genehmen Stelle buddelt er mit der Schippe ein Loch und füllt sie mit organischer Menschmaterie teilweise wieder auf; anschließend säubert er sich und schaufelt die kleine Grube wieder zu. Der Spatengang funktioniert aber auch ohne Spaten; dann hackt und gräbt man mit dem Schuh ein Loch in den weichen Waldboden. Einige Kenner behaupten übrigens, dass der Spatengang die einzig wahre Methode darstellt, seine überflüssige Fracht loszuwerden – das muss jedoch jeder selbst wissen; also:  Ausprobieren!

Stalei (Stammesleitungstreffen), das: Das Stalei findet bei uns an jedem 2. Donnerstag im Monat statt. Hier treffen sich die →Älteren, der oder die  →Stammesälteste, die →Sippenleiterinnen und Sippenleiter, der →Materialwart, der →Kassenwart und der →Stammesführer, um die aufgetretenen Probleme und Themen der vergangenen Wochen zu besprechen.

Stockbrot, das: Der Teig des Stockbrotes wird, wie der Name schon sagt, um einen etwa fingerdicken Stock gewickelt oder geknetet und dann in die heiße Glut des →Lagerfeuers gehalten. Aber nicht in die Flammen! Dann verbrennt das Stockbrot außen, während das Innere noch roh ist. Die Glut hingegen sorgt für ein gleichmäßiges Backen. Das Stockbrot selbst schmeckt überaus langweilig (Meinung d. Verf.), aber um den Geschmack geht es auch gar nicht; vielmehr ist das Reinhalten in das →Feuer die eigentliche Attraktion, was viele Kinder fasziniert. Und die großen →Pfadis eigentlich auch: Gebt es doch zu! Die Zutaten für Stockbrot sind denkbar einfach: Mehl, Wasser, Hefe, Zucker, Salz, Öl.